Zukunftsbündnis für Strukturwandel in der Lausitz: Energiedienstleister E.DIS, ENSO, enviaM und GASAG, Chemiekonzern BASF Schwarzheide und Netzwerk Innovationsregion Lausitz schließen Kooperationsvertrag

1. Oktober 2019 – In der Lausitz entsteht ein neues Zukunftsbündnis für den Strukturwandel: Die Energiedienstleister E.DIS, ENSO, enviaM und GASAG, der Chemiekonzern BASF Schwarzheide und das Netzwerk Innovationsregion Lausitz haben am 1. Oktober 2019 in Cottbus einen gemeinsamen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Ziel ist es, den Strukturwandel in der Energieregion nach dem beschlossenen Kohleausstieg aktiv zu fördern. Die Unternehmen werden Know-how und Kapital für wegweisende Infrastruktur-Projekte zur Verfügung stellen. Dies können Vorhaben von Dritten oder eigene Projekte sein.

„Die Politik setzt den Rahmen für den Strukturwandel in der Lausitz. Sie braucht das Engagement der Wirtschaft, um ihn mit Leben zu füllen. Mit unserem Bündnis signalisieren wir allen Beteiligten in der Region, dass wir den Strukturwandel tatkräftig unterstützen werden und als Infrastruktur-Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Landes- und Kommunalpolitik, Unternehmen und Startups, Hochschulen und Forschungsgesellschaften sind herzlich eingeladen, mit uns zusammenzuarbeiten. Jeder ist mit seinen Ideen willkommen. Je mehr Kräfte wir bündeln, desto schneller werden wir voranschreiten und gemeinsame Erfolge erzielen“, betont der enviaM-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Lowis.

Die Förderung des Strukturwandels in der Lausitz durch die Kooperationspartner beschränkt sich ausdrücklich nicht auf die im Bündnis vertretenen Wirtschaftszweige. „Der Strukturwandel kann nur gelingen, wenn wir Branchen übergreifend denken und handeln. Wir verstehen uns als Infrastrukturdienstleister für die Lausitz. Neben Projekten im Energie- und Chemiesektor sind wir offen für Initiativen in anderen Wirtschaftsbereichen“, unterstreicht Stefan Anlauf, Bereichsleiter Strategie der ENSO. Im Rahmen der Kooperation haben sich die Partner auf die Schwerpunkte Digitalisierung, erneuerbare Energien, Gas, industrielle Kernzentren, kommunale Zusammenarbeit und Netzwerke verständigt, die sie in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen werden.

Kein Strukturwandel ohne erneuerbare Energien

Die Lausitz ist schon lange nicht mehr nur das Land der Kohle, sondern auch das Land der erneuerbaren Energien. Diese werden den Strukturwandel maßgeblich mitbestimmen. „Unser Ziel muss es sein, den lokal erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien soweit wie möglich auch lokal zu verbrauchen. Schon jetzt ist das Angebot größer als die Nachfrage. Deshalb ist es wichtig, dass wir mit grünem Strom auch heizen und fahren. Dafür werden wir für die Lausitz entsprechende Infrastruktur-Lösungen wie zum Beispiel intelligente Stromnetze entwickeln“, veranschaulicht Dr. Alexander Montebaur, Vorstandsvorsitzender der E.DIS.

Kein Strukturwandel ohne Digitalisierung

Für die mit dem Strukturwandel in der Lausitz verbundene Weiterentwicklung der Energiewende von einer Strom- zu einer Wärme- und Verkehrswende wird die Digitalisierung von maßgeblicher Bedeutung sein. „Die notwendige Kopplung des Stromsektors mit dem Wärme- und Verkehrssektor kann ohne Daten von Erzeugern und Verbrauchern und eine entsprechende digitale Infrastruktur nicht funktionieren. An ihrem Aufbau werden wir uns ebenso beteiligen wie an der Entwicklung von einfachen, preiswerten und komfortablen digitalen Produkten und Dienstleistungen“, verdeutlicht Dr. Stephan Lowis.

So hat die enviaM-Gruppe für Erzeuger und Verbraucher von erneuerbaren Energien in der Lausitz Ende August 2019 einen digitalen Marktplatz eingeführt. Hier können sie direkt online miteinander handeln. „Unser Marktplatz funktioniert wie ein Bioladen. Statt Obst und Gemüse gibt es grünen Strom vom Produzenten um die Ecke“, so Dr. Stephan Lowis.

Kein Strukturwandel ohne Gas

Nach dem vereinbarten Kernenergie- und Kohleausstieg wird der Energieträger Gas für die Versorgungssicherheit in der Lausitz immer wichtiger. „Die Energiewende findet nur dann Akzeptanz, wenn die Versorgungssicherheit gewährleistet ist und die Energiekosten
volkswirtschaftlich und kundenindividuell vertretbar beziehungsweise wettbewerbsfähig bleiben. Dies ist mit der vorhandenen und weiter im Ausbau befindlichen Gasinfrastruktur möglich. Das ist sicher und kostengünstig“, verdeutlicht Michael Kamsteeg, Vorstandsmitglied der GASAG. „Den Strukturwandel in der Lausitz sehen wir als Chance, Energie neu zu denken. Unser Ziel muss eine CO2-neutrale Energieversorgung sein. Sie kann nur technologieoffen funktionieren. Gas ist dafür ein zentrales Element, denn es ist sehr gut mit erneuerbaren Energien kombinierbar. Zudem kann Erdgas durch Biogas und Wasserstoff ergänzt und langfristig ersetzt werden.“

Kein Strukturwandel ohne Kommunen

Der Strukturwandel in der Lausitz findet nicht irgendwo, er findet in den Kommunen statt. „Die Kommunen in der Lausitz sind der zentrale Schauplatz der vor uns liegenden Veränderungen. Sie werden zu völlig neuen Konzepten für städtische Ballungszentren und ländliche Räume führen. Wir pflegen mit den Städten und Gemeinden enge Beziehungen und werden sie mit lokalen Infrastruktur-Angeboten unterstützen. Sei es bei der Eigenerzeugung und Speicherung von erneuerbaren Energien, sei es bei der Förderung der Elektromobilität oder beim Glasfaserausbau“, kündigt Stefan Anlauf an.

Mit dem Glasfaserausbau gestaltet die ENSO beispielhaft die Zukunftsfähigkeit des Landkreises Görlitz in der Lausitz, in dem das Unternehmen gemeinsam mit den Kommunen die digitale Infrastruktur ausbaut. „Die Erschließung von Haushalten, Schulen und Gewerbetreibenden mit Glasfaser ermöglicht eine zukunftsfähige Anbindung an die schnelle Datenautobahn, so dass sich gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land entwickeln können. Zudem schaffen wir in Zusammenarbeit mit den Kommunen auch die Voraussetzungen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen und öffnen die Tür für eine positive wirtschaftliche Entwicklung in der Region“, so Stefan Anlauf weiter.

Kein Strukturwandel ohne industrielle Kernzentren

Unverzichtbar für den Strukturwandel bleiben industrielle Kernzentren in der Lausitz, die als Leuchttürme in die Region ausstrahlen. Ein Beispiel ist BASF mit seinem Chemiestandort in Schwarzheide. „Wir werden uns dafür stark machen, dass die Lausitz für die Industrie ein attraktiver Standort bleibt und für die Ansiedlung weiterer Firmen werben“, sagt Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide. „In Zukunft wird es sehr wichtig sein, nicht mehr nur in Wertschöpfungsketten zu denken, sondern in Wertschöpfungsnetzwerken. Wir benötigen neue Modelle für Kunden- und Dienstleisterbeziehungen, die wir noch nicht kennen und gemeinsam erschaffen werden.“

Ein Beispiel ist die Zukunftsinitiative „Chemie und Energie aus Erneuerbaren in Schwarzheide (chEErs)“. Das Projekt wurde gemeinsam mit Technologielieferanten, Erzeugern von erneuerbaren Energien, Vermarktern und Netzbetreibern für den Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie „Reallabore der Energiewende“ eingereicht. Ziel ist es, zu erproben, wie erneuerbare Energiequellen zur Basis für innovative chemische Wertschöpfungsketten werden können. Es gehörte zwar nicht zu den Preisträgern, wird aber von allen Beteiligten weiter intensiv verfolgt. „Zugleich kann der Ansatz, wie sich Partner unterschiedlicher Branchen und Einrichtungen gemeinsam für ein Projekt engagieren als Blaupause für eine zukünftige Zusammenarbeit in der Region dienen. Mit dem klassischen Rollenverständnis von Kunden und Dienstleistern werden die großen Herausforderungen des Strukturwandels in der Lausitz nicht zu stemmen sein“, so Jürgen Fuchs.

Kein Strukturwandel ohne Netzwerke

Sehr wichtig für den Strukturwandel in der Lausitz sind nicht zuletzt der Aufbau und die Pflege von Netzwerken, in denen jeder seinen Platz findet. Ein Musterspiel ist die Innovationsregion Lausitz, der Unternehmen, Kommunen, Hochschulen, Kirchen, Gewerkschaften, Verbände und Vereine angehören. „Wir verstehen uns als regionale Drehscheibe für die Förderung von Innovationen für den Strukturwandel in der Lausitz. Wir bringen die passenden Akteure zusammen und sind offen für jeden, der sich in diese spannende Aufgabe mit einbringen will“, merkt Prof. Dr. Hans Rüdiger Lange, Geschäftsführer der Innovationsregion Lausitz, an.

Ein Beispiel ist die Organisation des „Climathon Senftenberg“ am 25. und 26. Oktober 2019 auf dem Campus der Brandenburgischen Technischen Universität. „Bei diesem an über 100 Städten weltweit stattfindenden Ereignis will unser Netzwerk mit jungen Menschen aus der Region und dem In- und Ausland 24 Stunden am Stück an Innovationen zur CO2-Minderung arbeiten. Wir sind als Initiator schon sehr gespannt auf die Ergebnisse und hoffen, dass zahlreiche neue Ideen entstehen werden, die den Strukturwandel in der Lausitz weiter voranbringen werden“, so Prof. Dr. Hans Rüdiger Lange.

Stimmen Politik

„Eine erfolgreiche Strukturentwicklung in der Lausitz ist die zentrale Aufgabe für diese Energieregion und die Zukunft des Industriestandortes Brandenburg. Wir müssen die Möglichkeiten der Strukturförderung, die sich unter anderem aus dem Strukturänderungsgesetz ergeben, für uns nutzen. Ich begrüße daher insbesondere die starken Initiativen aus der Privatwirtschaft wie zum Beispiel die Kooperation zwischen den Energiedienstleistern ENSO, E.DIS, enviaM, GASAG, BASF Schwarzheide und der Innovationsregion Lausitz. Gemeinsam werden wir den Strukturwandel in der Lausitz gestalten!"

Dr.-Ing. Klaus Freytag
Lausitz-Beauftragter des Ministerpräsidenten 
Staatskanzlei des Landes Brandenburg

„Die Energieregion Lausitz ist für Sachsen und auch Brandenburg von herausgehobener Bedeutung. Wir wollen durch eine gezielte und nachhaltige Strukturentwicklung und mittels des Strukturänderungsgesetzes der Lausitz eine langfristige Zukunftsperspektive geben. Im Vordergrund stehen hierbei hochwertige, gut bezahlte Arbeitsplätze bei hoher regionaler Wertschöpfung. Hierzu werden wir eng mit dem Land Brandenburg zusammenarbeiten und die Akteure vor Ort zusammenbringen und unterstützen. Starke Initiativen aus der Privatwirtschaft, wie die Kooperation zwischen den Energiedienstleistern ENSO, E.DIS, enviaM, GASAG, BASF Schwarzheide und der Innovationsregion Lausitz helfen uns sehr dabei. Gemeinsam, und nur gemeinsam, bringen wir die Lausitz voran!“

Dr. Stephan Rohde
Leiter der Abteilung Strukturentwicklung in den sächsischen Braunkohlerevieren
Staatskanzlei des Landes Sachsen

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