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E-Auto-Mythen.
Die 13 größten Mythen rund ums Elektroauto
Elektroautos sind teuer? Die Reichweite der Akkus ist zu gering? Bloß nicht bei Regen laden? Wir schauen uns gängige Mythen zum E-Auto an und klären auf, was stimmt und was nicht.
Inhaltsverzeichnis
- Mythos 1: E-Autos sind teuer
- Mythos 2: Die Reichweite von E-Autos ist zu gering
- Mythos 3: Es gibt nicht genug Ladesäulen für E-Autos
- Mythos 4: Urlaub im Ausland mit E-Auto geht nicht
- Mythos 5: Das Laden dauert ewig
- Mythos 6: E-Autos sind gefährlich
- Mythos 7: E-Autos darf man nicht bei Regen laden
- Mythos 8: Das Laden von E-Autos ist kompliziert
- Mythos 9: Elektroautos überlasten unser Stromnetz
- Mythos 10: E-Autos werden ausschließlich mit konventionell erzeugtem Strom geladen
- Mythos 11: E-Autos verursachen genauso viele Treibhausgase wie Verbrenner
- Mythos 12: Batterien von E-Autos lassen sich nicht recyceln
- Mythos 13: E-Autos sind bei niedrigen Geschwindigkeiten schwer zu hören
Mythos 1: E-Autos sind teuer
Elektroautos sind in der Anschaffung häufig noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Der frühere Umweltbonus endete im Dezember 2023. Inzwischen können private Käuferinnen und Käufer unter bestimmten Voraussetzungen wieder einen staatlichen Zuschuss erhalten. Reine Elektrofahrzeuge, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, sind außerdem längstens bis zum 31. Dezember 2035 von der Kfz-Steuer befreit. Wartungs- und Reparaturkosten fallen häufig niedriger aus. Ob ein Elektroauto über die gesamte Nutzungsdauer günstiger ist, hängt unter anderem vom Fahrzeugmodell, der Fahrleistung, den Strompreisen und dem Ladeverhalten ab.
Der Kostenvergleich des ADAC zeigt, dass Elektroautos je nach Modell und Rahmenbedingungen bei den Gesamtkosten günstiger oder teurer als vergleichbare Verbrenner sein können. In die Berechnung fließen unter anderem Kaufpreis, Wertverlust, Energie-, Wartungs- und Versicherungskosten ein.
Mythos 2: Die Reichweite von E-Autos ist zu gering
E-Autos schaffen nur 100 oder maximal 150 Kilometer mit einer Akkuladung? Das gehört in der E-Mobilität längst der Vergangenheit an. Viele aktuelle Elektroautos erreichen unter geeigneten Bedingungen Reichweiten von 300 Kilometern und mehr. Die tatsächliche Reichweite hängt jedoch unter anderem vom Fahrzeugmodell, von der Außentemperatur, der Geschwindigkeit, dem Fahrstil und der Nutzung von Heizung oder Klimaanlage ab. Im Winter können die Reichweiten deutlich niedriger ausfallen. Für viele alltägliche Fahrten reicht eine Akkuladung dennoch aus.
Der Weg zum Arbeitsplatz und zurück und die allermeisten anderen Strecken, die im Alltag zurückgelegt werden, sind damit ohne Ladestopp machbar. Elektroautos sind alltagstauglich geworden. Und der große Vorteil von E-Autos: Sie sind nicht auf öffentliche Tankstellen angewiesen, sondern lassen sich mit einer Ladestation fürs Elektroauto auch zu Hause, am Arbeitsplatz oder auf Parkplätzen laden – ohne dass man danebenstehen muss.
Mythos 3: Es gibt nicht genug Ladesäulen für E-Autos
Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland wird weiter ausgebaut. Zum 1. Juli 2026 waren bei der Bundesnetzagentur 155.264 Normalladepunkte und 54.341 Schnellladepunkte registriert. Insgesamt entspricht das 209.605 öffentlich zugänglichen Ladepunkten. Ihre Verteilung und Verfügbarkeit unterscheiden sich jedoch je nach Region.
Mythos 4: Urlaub im Ausland mit E-Auto geht nicht
Wer mit dem eigenen Auto in den Urlaub ins Ausland fahren möchte, wünscht sich ein bestimmtes Maß an Sicherheit. Auf langen Strecken gewährleistet das ein E-Auto mit einer großen Batterie und einer hohen Schnellladeleistung. Damit kommt man weit und das Laden bei den sowieso nötigen Zwischenstopps geht schnell. Urlaub mit E-Auto ist also möglich, es erfordert allerdings etwas mehr Planung als mit einem Verbrenner.
In den meisten europäischen Ländern wird die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut. Die Verfügbarkeit öffentlicher Ladepunkte unterscheidet sich jedoch je nach Land und Region. Entlang der Hauptverkehrsachsen und rund um größere Städte gibt es meist mehr Lademöglichkeiten als in abgelegenen Gebieten. Vor längeren Fahrten empfiehlt es sich daher, die Route, geeignete Ladestopps, Steckertypen und Bezahlmöglichkeiten zu prüfen. Aktuelle Informationen bieten Lade-Apps und Übersichten der Automobilclubs.
Mythos 5: Das Laden dauert ewig
Ein E-Auto zu laden dauert deutlich länger als zu tanken, das ist richtig. Die Ladedauer hängt von der nutzbaren Batteriekapazität, dem Ladestand, der Ladeleistung von Fahrzeug und Ladepunkt, der Batterietemperatur und der Ladekurve ab. Eine Wallbox stellt häufig 11 Kilowatt bereit, öffentliche AC-Ladepunkte je nach Ausführung bis zu 22 Kilowatt. An DC-Schnellladepunkten sind deutlich höhere Leistungen möglich.
Ein Akku mit 60 Kilowattstunden benötigt an einer 11-Kilowatt-Wallbox rechnerisch mindestens rund fünfeinhalb Stunden. In der Praxis verlängern Ladeverluste und die vom Fahrzeug begrenzte Ladeleistung diesen Zeitraum. Beim Schnellladen wird daher meist die Dauer für einen Ladevorgang von etwa 10 auf 80 Prozent angegeben und nicht für eine vollständige Ladung.
Mythos 6: E-Autos sind gefährlich
Alle Autos mit Zulassung müssen in Deutschland hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Und das völlig unabhängig davon, ob Benziner, Diesel, Wasserstoffauto oder eben E-Auto. Der ADAC, die Feuerwehr und andere Stellen haben Elektrofahrzeuge umfangreich auf Brandgefahren getestet.
Nach bisher verfügbaren Untersuchungen weisen Elektroautos kein grundsätzlich höheres Brandrisiko als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf. Ein Batteriebrand kann jedoch besondere Anforderungen an Löscharbeiten, Kühlung, Bergung und anschließende Beobachtung des Fahrzeugs stellen.
Moderne E-Autos sind mit besonderen Sicherheitsmechanismen ausgestattet. Wenn das System einen Defekt hat oder ein Unfall passiert, wird die Batterie von den anderen Hochvoltkomponenten und -kabeln abgetrennt – der Stromfluss ist sofort unterbrochen. Außerdem ist die Batterie so im Unterboden der Fahrzeuge verbaut, dass sie bestmöglich vor Deformationen geschützt ist.
Mythos 7: E-Autos darf man nicht bei Regen laden
Elektroautos können auch bei Regen geladen werden, sofern Fahrzeug, Ladekabel und Ladeeinrichtung unbeschädigt sind, den geltenden technischen Anforderungen entsprechen und ordnungsgemäß verwendet werden. Der Ladevorgang beginnt erst, nachdem die sichere Verbindung zwischen Fahrzeug und Ladepunkt hergestellt wurde. Auch das Fahren bei Regen oder Unwetter ist kein Problem.
Mythos 8: Das Laden von E-Autos ist kompliziert
CCS-Stecker, Typ-1-, Typ-2- oder Typ-3-Stecker, CHAdeMO-Stecker? Das anfängliche Chaos um die verschiedenen Steckertypen zum Laden von Elektrofahrzeugen ist passé. In Europa hat sich der Typ-2-Stecker (auch Mennekes-Stecker genannt) mittlerweile als Standard bei Wallboxen und öffentlichen Ladesäulen mit Wechselstromanschluss (AC) durchgesetzt. Nur die Schnellladesäulen mit Gleichstrom (DC) nutzen die größeren CCS-Stecker. Welche Ladestation welche Steckervariante nutzt, zeigen Apps an.
Auch das Zahlen an öffentlichen Ladepunkten ist einfacher geworden: Es gibt zwar immer noch viele verschiedene Ladesäulenbetreiber, doch bestimmte Anbieterinnen und Anbieter ermöglichen den Zugang zu einem ganzen Netzwerk von Ladesäulen. Immer mehr Ladestationen bieten außerdem die Zahlung mit Girocard oder Kreditkarte an.
An öffentlichen Ladepunkten muss grundsätzlich auch das punktuelle Laden ohne dauerhafte Vertragsbindung möglich sein. Für öffentlich zugängliche Ladepunkte, die seit dem 13. April 2024 in Betrieb genommen wurden, gelten die Zahlungsanforderungen der europäischen AFIR-Verordnung. Bei neuen Ladepunkten mit mindestens 50 Kilowatt muss eine Zahlung mit einer gängigen Zahlungskarte möglich sein. Für ältere Ladepunkte und Anlagen mit geringerer Leistung gelten teilweise andere Anforderungen.
Mythos 9: Elektroautos überlasten unser Stromnetz
Obwohl wir Strom sparen, steigt unser Gesamtstromverbrauch tendenziell an. Einmal durch die zunehmende Digitalisierung, aber auch wegen der Energiewende, bei der Strom fossile Energien vermehrt ersetzt (Stichwort Wärmepumpen).
Mit der steigenden Zahl von Elektroautos wächst auch der Strombedarf für das Laden. Entscheidend für die Netze sind dabei vor allem örtliche Lastspitzen, wenn viele Fahrzeuge gleichzeitig laden. Daher müssen insbesondere die Verteilnetze ausgebaut, digitalisiert und durch intelligentes Lademanagement unterstützt werden. Seit 2024 können Netzbetreiber den Strombezug neuer privater Ladeeinrichtungen bei einer drohenden lokalen Überlastung vorübergehend begrenzen. Eine Mindestleistung zum weiteren Laden bleibt dabei verfügbar.
Die Stromnetzbetreiberinnen und -betreiber vor Ort sorgen heute schon dafür, dass die lokalen Stromnetze nicht überlastet werden. Elektroautos können durch zeitlich gesteuertes Laden dazu beitragen, Lastspitzen im Stromnetz zu vermeiden. Fahrzeuge und Ladeeinrichtungen, die bidirektionales Laden unterstützen, können Strom außerdem zeitweise aus der Batterie zurück in ein Gebäude oder das Stromnetz speisen. Voraussetzung dafür sind kompatible Technik, geeignete Mess- und Steuerungssysteme sowie entsprechende regulatorische und vertragliche Rahmenbedingungen.
Mythos 10: E-Autos werden ausschließlich mit konventionell erzeugtem Strom geladen
An öffentlichen Ladestationen laden Elektroautos in der Regel Strom aus dem öffentlichen Stromnetz. Dieser Strommix setzt sich aus Strom aus erneuerbaren Energien und einer konventionellen Stromerzeugung zusammen.
Bei der Wallbox zu Hause haben E-Auto-Besitzerinnen und -Besitzer die Wahl: Sie können zum Beispiel einen Tarif mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien abschließen. Alternativ kann eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach selbst erzeugten Solarstrom für das Elektrofahrzeug bereitstellen.
Mythos 11: E-Autos verursachen genauso viele Treibhausgase wie Verbrenner
Elektroautos verursachen während der Fahrt keine direkten Abgasemissionen. Treibhausgasemissionen entstehen jedoch bei der Fahrzeug- und Batterieproduktion sowie abhängig von der Stromquelle beim Laden. Über den gesamten Lebenszyklus schneiden Elektroautos nach aktuellen Untersuchungen in der Regel besser ab als vergleichbare Benziner. Wie groß der Unterschied ist, hängt unter anderem vom Fahrzeug, der Batteriegröße, der Fahrleistung, der Herstellung und dem verwendeten Strom ab.
Der Einfluss auf die Emissionsbilanz eines Elektroautos hängt unter anderem von der Stromquelle und der Fahrzeugnutzung ab. Wird ein Elektroauto mit Ökostrom, also 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien, geladen, fallen die mit der Strombereitstellung verbundenen Treibhausgasemissionen in der Regel geringer aus als beim Laden mit dem allgemeinen Strommix. Für eine vollständige Lebenszyklusbilanz sind zusätzlich die Herstellung, Nutzung und Verwertung des Fahrzeugs und seiner Batterie zu berücksichtigen.
Zudem können E-Auto-Halterinnen und -Halter über die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) unter bestimmten Voraussetzungen eine Vergütung erhalten.
Mythos 12: Batterien von E-Autos lassen sich nicht recyceln
Das Recycling von ausgemusterten Fahrzeugbatterien ist kompliziert, aber möglich. Lithium-Ionen-Batterien aus Elektroautos können recycelt und darin enthaltene Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel und Kupfer teilweise zurückgewonnen werden. Die erreichbaren Rückgewinnungsquoten unterscheiden sich je nach Rohstoff und Recyclingverfahren.
Die EU-Batterieverordnung legt schrittweise verbindliche Anforderungen an Recyclingeffizienz, Rohstoffrückgewinnung und den Einsatz recycelter Materialien fest. Ob eine ausgediente Fahrzeugbatterie zuvor noch als stationärer Stromspeicher weiterverwendet werden kann, hängt von ihrem Zustand und der technischen Eignung ab.
Mythos 13: E-Autos sind bei niedrigen Geschwindigkeiten schwer zu hören
E-Autos sind tatsächlich leiser als Verbrenner. Das ist insgesamt gut, denn es reduziert die Lärmbelastung vor allem in den Städten. Doch es besteht die Sorge, dass mehr Unfälle passieren, weil Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer E-Autos nicht oder erst zu spät hören.
Die geringeren Antriebsgeräusche von Elektroautos fallen vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten auf. Mit zunehmender Geschwindigkeit gewinnen Reifen- und Windgeräusche an Bedeutung. Seit Juli 2021 müssen neu zugelassene Elektro- und Hybridfahrzeuge mit einem akustischen Fahrzeug-Warnsystem ausgestattet sein. Das AVAS erzeugt beim Anfahren, bei Geschwindigkeiten bis etwa 20 Kilometer pro Stunde und beim Rückwärtsfahren ein künstliches Fahrgeräusch.