Wärmepumpe im Winter: Funktion und Stromverbrauch .
Heizt sie zuverlässig?
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Wie funktioniert eine Wärmepumpe im Winter?
- Die richtige Dimensionierung der Wärmepumpe
- Wärmepumpe im Winter: Stromverbrauch pro Tag
- Voraussetzungen am Gebäude
- Wärmepumpe im Neubau
- Wärmepumpe im Altbau
- Wir realisieren – Sie heizen mit Wärmepumpe
- Fragen und Antworten zu Wärmepumpen im Winter
Das Wichtigste in Kürze
- Moderne Wärmepumpen heizen auch bei zweistelligen Minusgraden zuverlässig.
- Entscheidend für den Winterbetrieb ist die richtige Dimensionierung der Anlage.
- Niedrige Vorlauftemperaturen und eine passende Heizkurve erhöhen die Effizienz.
- Automatische Frostschutz- und Abtauprogramme sichern den Betrieb im Winter.
- Im Neubau sind Wärmepumpen ideal, im Altbau sollten Sie die Voraussetzungen prüfen.
- Photovoltaik kann den Strombedarf Ihrer Wärmepumpe und die Betriebskosten senken.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe im Winter?
Beim Heizen mit einer Wärmepumpe kommt der Großteil der Wärmeenergie aus der Umwelt. Je nach Art der Wärmepumpe ist das die Umgebungsluft, das Grundwasser oder das Erdreich. Während die Temperaturen unter der Erdoberfläche ganzjährig Plusgrade aufweisen, kühlt die Umgebungsluft ab. Gerade bei Luft-Wasser-Wärmepumpen stellen sich deshalb viele Menschen die Frage, ob solch eine Wärmepumpe ausreichend Leistung bietet, um das eigene Zuhause wohlig warm zu heizen.
Die richtige Dimensionierung der Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe bietet im Winter ausreichend Leistung, wenn sie bei der Planung ausreichend dimensioniert wurde. Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten selbst bei minus 20 Grad Celsius Außenlufttemperatur noch effizient.
Denn die Luft enthält auch dann noch genug Wärmeenergie, um das Kältemittel in der Wärmepumpe ausreichend zu erwärmen. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen haben darüber hinaus ab Werk einen zusätzlichen Heizstab verbaut, der bei noch kälteren Temperaturen automatisch dazugeschaltet wird.
Dieser wird bei der professionellen Planung des Heizsystems bereits berücksichtigt und ist ebenfalls in die Jahresarbeitszahl (JAZ) einberechnet. Anders gesagt: Eine richtig dimensionierte Wärmepumpe leistet im Winter zuverlässige Dienste und arbeitet effizient – auch bei Einsatz eines Heizstabs.
Wärmepumpe im Winter: Stromverbrauch pro Tag
Wie viel Strom eine Wärmepumpe an einem typischen Wintertag benötigt, hängt von mehreren Faktoren ab: Dämmstandard, Gebäudefläche, eingestellte Vorlauftemperaturen und natürlich den Außentemperaturen. An sehr kalten Tagen arbeitet die Wärmepumpe intensiver, weil sie mehr Energie aus der Umwelt gewinnen muss.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bewegen sich die täglichen Verbräuche im Winter häufig im Bereich von 10 bis 25 kWh pro Tag – gut gedämmte Häuser liegen meist am unteren Ende, unsanierte Bestandsgebäude deutlich darüber. Kurzzeitige Stromspitzen entstehen, wenn der Heizstab zugeschaltet wird.
Aber wie bereits erwähnt, ist das in der Planung bereits berücksichtigt und wirkt sich auf das Gesamtjahr weniger stark aus, als viele befürchten. Entscheidend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ), denn sie zeigt, wie effizient die Wärmepumpe übers Jahr arbeitet – auch wenn einzelne kalte Tage mehr Strom erfordern.
Voraussetzungen am Gebäude
Damit eine Wärmepumpe im Winter effizient und zuverlässig heizen kann, sollte eine Vorlauftemperatur von maximal 50 Grad Celsius in Ihrem Gebäude ausreichen, um es auch bei kältesten Temperaturen wohlig warm heizen zu können. Darauf können Sie auch selbst Einfluss nehmen, indem Sie die Heizkurve optimieren.
3 Tipps zur optimalen Einstellung der Heizkurve
- Die richtige Heizkurve ist entscheidend dafür, wie effizient Ihre Wärmepumpe im Winter arbeitet. Sie bestimmt, wie hoch die Vorlauftemperatur bei bestimmten Außentemperaturen ausfällt. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter die Wärmepumpe.
- Eine gute Vorgehensweise ist, die Heizkurve schrittweise zu optimieren. Senken Sie die Einstellung leicht ab und prüfen Sie über ein bis zwei Tage, ob die Räume noch angenehm warm werden. Ist es zu kühl, erhöhen Sie die Kurve minimal. Wichtig ist, nicht täglich stark nachzujustieren.
- Kleine Anpassungen führen meist schneller zu einem stabilen und wirtschaftlichen Betrieb. Auch das Feintuning der Neigung und des Niveaus hilft, den Energieverbrauch spürbar zu senken, ohne auf Komfort zu verzichten.
Vereisung verhindern: Frostschutz für Wärmepumpen
Damit die Wärmepumpe und die Heizungsleitungen im Winter nicht einfrieren, verfügen moderne Anlagen über eine Frostschutzschaltung. Sie sorgt automatisch dafür, dass wichtige Komponenten bei extrem niedrigen Temperaturen geschützt werden – zum Beispiel durch kurzes Anlaufen der Umwälzpumpe oder einen leicht erhöhten Vorlauf.
Dieser Schutz läuft im Hintergrund und verursacht nur einen geringen zusätzlichen Stromverbrauch. Bei Monoblock-Wärmepumpen ist der Frostschutz besonders wichtig, weil sich der gesamte Kältekreislauf im Außengerät befindet und die wasserführenden Leitungen ins Gebäude führen. Diese Leitungen müssen gut gedämmt und im Idealfall mit einer zusätzlichen Begleitheizung oder Frostschutzlösung abgesichert sein.
Sollte es einmal zu einem längeren Stromausfall kommen, verhindern solche Maßnahmen das Einfrieren der Leitungen und damit mögliche Schäden. Ein fachgerechter Aufbau und eine regelmäßige Kontrolle durch den Heizungsbetrieb erhöhen die Betriebssicherheit im Winter deutlich.
Wärmepumpe im Neubau
Im Neubau ist effizientes Heizen mit Wärmepumpe auch im tiefsten Winter kein Problem. Wer sich für Flächenheizkörper und eine moderne Dämmung entscheidet, greift meist auch zu einer modernen Wärmepumpe. Dieses Heizsystem gehört inzwischen zu den am häufigsten installierten Heizsystemen in Neubauten.
Das ist nicht verwunderlich, denn neben den geringen Betriebskosten lässt sich damit auch äußerst umweltfreundlich heizen. Zum Beispiel in Kombination mit einer Solaranlage im Eigenheim und einem günstigen Wärmepumpen-Tarif mit 100 Prozent Ökostrom.
Wärmepumpe im Altbau
Auch bei Bestandsgebäuden kommen immer öfter Wärmepumpen zum Einsatz, die dann auch im Winter zuverlässig und effizient heizen. Allerdings hängt es vom Einzelfall ab, ob die Voraussetzungen dafür bereits gegeben sind, gerade im Rahmen einer anstehenden Modernisierung geplant werden oder die Heizlast des Gebäudes zu hoch ist, damit eine Wärmepumpe im Winter als einziges Heizsystem ausreichend Leistung bietet.
Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, gibt es eine weitere Möglichkeit, um trotzdem mit Wärmepumpe zu heizen. Dabei handelt es sich um sogenanntes bivalentes Heizen. Während beim monovalenten Heizen nur ein einziges Heizsystem zum Einsatz kommt, sind es beim bivalenten Heizen zwei. So lässt sich beispielsweise eine Wärmepumpe im Winter mit einer modernen Gas-Heizung kombinieren.
Wir realisieren – Sie heizen mit Wärmepumpe
Sie möchten mit Wärmepumpe heizen, ohne sich um etwas kümmern zu müssen? Dann hat GASAG ein besonderes Angebot für Sie. Im Rahmen von GASAG | WÄRME Heizkomfort kümmern wir uns um alles.
Wir übernehmen die Planung, Installation, Inbetriebnahme einer Wärmepumpe bei Ihnen zu Hause, kümmern uns um die Wartung und erledigen etwaige Reparaturen auf unsere Kosten. Sie zahlen lediglich einen festen monatlichen Grundpreis und schließen mit uns einen Wärmelieferungsvertrag über 10 Jahre ab.
Sie haben also weder hohe Anfangsinvestitionskosten noch Risiken, sondern können einfach modern und klimafreundlich mit Wärmepumpe heizen – auch im Winter.
Fragen und Antworten zu Wärmepumpen im Winter
Wie kann ich tun, wenn meine Wärmepumpe im Winter vereist?
Luft-Wasser-Wärmepumpen können im Winter vereisen – das ist völlig normal. Sinkt die Temperatur unter den Gefrierpunkt und ist die Luft gleichzeitig feucht, bildet sich Eis am Verdampfer. Die Wärmepumpe startet dann automatisch einen Abtauzyklus, bei dem sie für kurze Zeit Energie verwendet, um das Eis kontrolliert zu entfernen.
Passiert das gelegentlich, ist alles im grünen Bereich. Häufige Abtauvorgänge hingegen können ein Hinweis auf ungünstige Aufstellbedingungen sein, etwa wenn die Luft nicht frei zirkulieren kann oder Schnee die Ansaugseite blockiert. Um Vereisung vorzubeugen, sollte das Außengerät frei zugänglich sein.
Es sollte ausreichend Abstand zu Wänden und Hindernissen haben und am besten leicht erhöht stehen, damit Schnee und Schmelzwasser ungehindert abfließen können. Wenn der Abtauzyklus ungewöhnlich oft läuft oder die Leistungsfähigkeit spürbar sinkt, lohnt sich ein kurzer Check durch einen Fachbetrieb.
Kann Photovoltaik im Winter genug Energie für meine Wärmepumpe erzeugen?
Im Winter erzeugt Ihre Photovoltaikanlage weniger Strom als im Sommer, kann aber trotzdem einen Teil des Energiebedarfs der Wärmepumpe decken – vor allem an sonnigen und klaren Tagen. Viele Haushalte setzen dabei auf eine sogenannte Lastverschiebung: Die Wärmepumpe arbeitet dabei bevorzugt zu Zeiten, in denen die PV-Anlage Strom liefert.
Mithilfe eines Pufferspeichers oder eines größeren Warmwasserspeichers können Sie überschüssige Energie sinnvoll zwischenspeichern. Setzen Sie zudem einen Batteriespeicher ein, steigt die Autarkie weiter, weil die Wärmepumpe im Winter auch in den Morgen- und Abendstunden teilweise mit eigenem Solarstrom betrieben werden kann.
Für eine vollständige Versorgung reicht die PV-Leistung im Winter zwar in der Regel nicht aus. Die Wärmepumpen-PV-Kombination reduziert aber zuverlässig die Stromkosten und erhöht den Anteil selbst erzeugter, klimafreundlicher Energie.
Sollte ich meine Wärmepumpe im Winter nachts durchlaufen lassen?
Bei den meisten Wärmepumpen ist es effizienter, sie nachts durchlaufen zu lassen, statt die Temperatur stark abzusenken. Das liegt daran, dass die Anlage morgens deutlich mehr Energie benötigt, um die ausgekühlten Räume wieder aufzuheizen – vor allem bei niedrigen Außentemperaturen.
Eine leichte Absenkung um ein bis zwei Grad kann sinnvoll sein, aber größere Temperaturunterschiede führen meist zu einem höheren Gesamtverbrauch und weniger Komfort.