Wärmepumpen neben einem Haus mit grünem Rasen Bild mit KI erstellt.

Pufferspeicher Wärmepumpe: Größe und Arten im Überblick.

Wer sich für ein modernes Heizsystem entscheidet, sollte auch über Speichermöglichkeiten nachdenken. Ein Pufferspeicher trägt dazu bei, den Betrieb einer Wärmepumpe zu optimieren und Wärme bedarfsgerecht bereitzustellen. Erfahren Sie, wie ein Pufferspeicher funktioniert, welche verschiedenen Varianten es gibt und welche Dimensionierung optimal ist.

Welche Funktion hat ein Pufferspeicher für Wärmepumpen?

Der Pufferspeicher einer Wärmepumpe kann unverbrauchte Wärme speichern, um sie später zum Heizen einzusetzen. Vorstellen können Sie ihn sich wie einen großen Wasserbehälter, der mit einem Wärmetauscher ausgestattet ist.

Das erwärmte Wasser aus der Wärmepumpe wird in diesen Wasserbehälter geleitet. Wenn Heizwärme benötigt wird, wird das gespeicherte Wasser über einen Wärmetauscher erwärmt und an das Heizsystem abgegeben – die Heizkörper oder die Fußbodenheizung werden dann warm.

Pufferspeicher für Wärmepumpen: Vor- und Nachteile

Anbieter von Wärmepumpen mit Pufferspeichern betonen gerne die Vorteile eines Pufferspeichers. Wir haben für Sie die gängigsten zusammengefasst:

  • Effizienter Betrieb: Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, wenn sie möglichst gleichmäßig und über längere Zeiträume hinweg laufen können. Ein Pufferspeicher hilft, diese gleichmäßige Wärmeabgabe zu erreichen, indem er überschüssige Wärme speichert, die von der Wärmepumpe erzeugt wird, und sie bei Bedarf abgibt. Dadurch muss die Wärmepumpe nicht ständig ein- und ausgeschaltet werden. Das kann die Zahl der Schaltvorgänge reduzieren und zu einem gleichmäßigeren Betrieb beitragen.
  • Wärme bedarfsgerecht nutzen: Dank eines Pufferspeichers für Wärmepumpen kann unverbrauchte Wärme später eingesetzt werden, wenn die Nachfrage höher ist als die aktuelle Produktion. Dadurch kann gespeicherte Wärme zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.
  • Sperrzeiten überbrücken: Betreiberinnen und Betreiber von Wärmepumpen leben unter Umständen mit dem Risiko sogenannter Sperrzeiten beziehungsweise einer Leistungsreduzierung. Netzbetreiberinnen und Netzbetreiber dürfen diese nämlich festlegen, um das Stromnetz zu Zeiten hoher Verbrauchswerte zu entlasten. Heißt konkret: In diesen Sperrzeiten können sie die Wärmepumpe komplett vom Netz trennen oder für eine gewisse Zeit die Leistung reduzieren. Ein Pufferspeicher sorgt hier für Sicherheit, weil die dort gespeicherte Wärme in solchen Zeiten zum Heizen eingesetzt werden kann.

Neben diesen Vorteilen gibt es auch noch einige mögliche Negativaspekte, die Sie vor Ihrer Kaufentscheidung kennen sollten. Diese Nachteile könnte ein Pufferspeicher mit sich bringen:

  • Höherer Platzbedarf im Technikraum oder Keller
  • Höhere Anschaffungs- und Installationskosten
  • Höherer Wärmeverlust durch den zusätzlichen Speicher

Benötige ich einen Pufferspeicher für meine Wärmepumpe?

Ob eine Wärmepumpe mit Pufferspeicher sinnvoll ist, lässt sich pauschal nicht beantworten, denn das hängt stark von den individuellen Gegebenheiten ab.

Generell lässt sich sagen, dass ein reibungsloser Betrieb einer Wärmepumpe in der Regel auch ohne Pufferspeicher möglich ist. In manchen Fällen kann beispielsweise auch das Heizungssystem selbst als Wärmespeicher ausreichen, sodass Sie auf den Pufferspeicher verzichten können.

In vielen Fällen jedoch lohnt sich die Anschaffung eines Pufferspeichers für die Wärmepumpe. So können beispielsweise vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einem Pufferspeicher sehr effizient arbeiten. Diese Art von Wärmepumpe ist äußerst beliebt, denn sie gewinnt auch aus kalter Winterluft unter Einsatz von Strom noch Wärme. Im Vergleich zu anderen Wärmepumpen sind ihre Systeme weniger aufwändig und können überall umgesetzt werden.

Ebenfalls als vorteilhaft gelten Wärmepumpen mit Pufferspeicher dann, wenn Sie auch Solarthermie nutzen oder einen Kachelofen haben. Der Pufferspeicher kann Wärme aus verschiedenen Wärmequellen aufnehmen und zentral bereitstellen. Die verschiedenen Energiequellen speisen dann zentral in den Pufferspeicher ein.

Beispielsweise könnte die Wärmepumpe an Tagen mit wenig Sonnenschein und hohem Wärmebedarf aktiv sein, während die Solarthermie in sonnigen Phasen überschüssige Energie liefert. Der Pufferspeicher hält die erzeugte Wärme und gibt sie dann bedarfsgerecht ab, wenn sie benötigt wird.

Welche Lösung für Sie die richtige ist, besprechen Sie am besten mit Expertinnen und Experten, die Sie maßgeschneidert zu Ihren Bedürfnissen beraten können.

Eine Wärmepumpe von Bosch steht im Garten neben Pflanzenkübeln. Bild mit KI erstellt.

Bild mit KI erstellt.

Welche Pufferspeicher für Wärmepumpen gibt es?

Das Thema Pufferspeicher ist komplex und die Lage für Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund der vielen verschiedenen Varianten oft unklar.

Aus diesem Grund sollte man sich vorab immer an Heizungsexpertinnen und -experten wenden. Hier stellen wir Ihnen einige Arten von Pufferspeichern für Wärmepumpen vor:

  • Einfacher Pufferspeicher für Wärmepumpen: Diese „Basisvariante“ besteht aus einem isolierten Behälter, in dem eine mittlere Temperatur herrscht, und einem Wärmetauscher. In der Regel handelt es sich hier um die günstigste Variante eines Pufferspeichers.
  • Multivalente Pufferspeicher: Diese Art von Pufferspeichern kann Wärme von über zwei Wärmequellen gleichzeitig aufnehmen – neben der Wärmepumpe beispielsweise auch über Solarthermie oder eine Brennwertheizung. Ein multivalenter Pufferspeicher speichert die Wärme dann in verschiedenen Schichten, sodass die Wärmequellen nicht nur nacheinander, sondern auch gleichzeitig genutzt werden können.
  • Schichtenspeicher oder Schichtladespeicher: Der sogenannte Schichtenspeicher lagert Wasser mit unterschiedlichen Temperaturen in verschiedenen, voneinander getrennten Zonen. Die Wärme sammelt sich also nicht im einheitlichen Mischwasser wie bei einem klassischen Pufferspeicher. Beim Entladen des Speichers wird zuerst das heißeste Wasser, das sich in der obersten Schicht befindet, entnommen. Es wird direkt zum Heizsystem weitergeleitet. Ist diese Schicht verbraucht, wird die nächste mit dem etwas kühleren Wasser genutzt. Das Prinzip ist, dass zunächst das Wasser mit der höchsten Temperatur genutzt wird.
  • Integrierter Pufferspeicher: Hierbei handelt es sich nicht um ein Bauteil, das Sie separat für Ihre Wärmepumpe kaufen und installieren müssen. Es ist vielmehr direkt als Modul in Ihrer Wärmepumpe eingebaut.
  • Kombi-Pufferspeicher: Ein Kombispeicher nutzt die erzeugte Wärme sowohl für die Raumwärme als auch für die Warmwasseraufbereitung. Dazu gibt es innerhalb des Kombi-Pufferspeichers für Wärmepumpen zwei separate Behälter – einen für Trinkwasser und einen für Heizungswasser.

Vor- und Nachteile der gängigsten Speichervarianten für Wärmepumpen

Die wohl gängigsten Speicherformen sind einfache Pufferspeicher für Wärmepumpen, Kombispeicher und Schichtenspeicher. Die Tabelle gibt einen Überblick über Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten:

Art des Speichers

Vorteile

Nachteile

Eine Auflistung von Vor- und Nachteilen der gängigsten Speichervarianten für Wärmepumpen.

Einfache Pufferspeicher

- Reduzieren ständiges Ein- und
Ausschalten der Wärmepumpe
- Sorgen für eine gleichmäßige
Wärmeabgabe
- Besonders sinnvoll bei
Wärmepumpen mit Heizkreisregelung

- Nicht notwendig, wenn die
Wärmepumpe direkt mit einem
optimal abgestimmten Heizsystem
arbeitet

Kombispeicher

- Platzsparende Lösung, da Heiz- und
Warmwasserspeicher kombiniert sind
- Ermöglicht die Nutzung der
Wärmepumpe für Heizung und
Warmwasser in einem System

- Können teurer sein als separate
Speicherlösungen

Schichtenspeicher

- Schnell abrufbare
Warmwasserbereitstellung
- Nutzung unterschiedlich temperierter
Wasserschichten für die Wärmebereitstellung

- Höhere Anschaffungskosten als ein
klassischer Warmwasserspeicher

Eine Auflistung von Vor- und Nachteilen der gängigsten Speichervarianten für Wärmepumpen.
Grünes Icon mit einer Hand, die eine leuchtende Glühlampe hält Bild mit KI erstellt.

Pufferspeicher Wärmepumpe: Wichtig zu wissen

Die Entscheidung für einen Pufferspeicher hängt nicht davon ab, welche Wärmepumpen-Art Sie betreiben. Lassen Sie sich gut beraten, welcher Pufferspeicher am besten zu Ihrem Gerät passt.

Welches Volumen muss der Pufferspeicher für eine Wärmepumpe haben?

Pufferspeicher gibt es in vielen verschiedenen Größen, das heißt mit unterschiedlichen Volumina. In der Regel können sie zwischen 80 und 200 Litern fassen. Welche Größe Sie benötigen, hängt von mehreren Faktoren ab – beispielsweise von:

  • der Größe der zu beheizenden Fläche
  • der Deckenhöhe der Räume
  • der Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner
  • der Qualität der Dämmung des Hauses

Natürlich spielt es auch eine große Rolle, welchen Wärmebedarf Sie haben – und wie groß Ihre Wärmepumpe ist. Als Faustregel gilt: Je Kilowatt Heizleistung wird ein Volumen von 15 Litern bereitgestellt. Haben Sie beispielsweise eine Wärmepumpe mit fünf Kilowatt Heizleistung, sollte Ihr Pufferspeicher 75 Liter fassen. Wichtig zu beachten: Dies ist nur eine grobe Einschätzung. Lassen Sie sich von Expertinnen und Experten vorab beraten.

Wo sollte der Wärmepumpen-Pufferspeicher stehen?

Ideal ist es, wenn der Pufferspeicher in der Nähe der Wärmepumpe steht. So geht am wenigsten Wärme über die Leitungen verloren. Der Aufstellort sollte gut zugänglich sein, sodass Handwerkerinnen und Handwerker alle Anschlüsse erreichen können. Wichtig ist es auch, dass der Pufferspeicher an einem trockenen und vor Frost geschützten Ort steht.

Und nicht vergessen: Vor dem Kauf unbedingt überprüfen, ob der Pufferspeicher auch wirklich durch alle relevanten Türen passt. Meist finden sich aber für alle Gegebenheiten Lösungen. So gibt es beispielsweise breitere und schmalere Modelle. Manchmal lässt sich die Isolierung auch zum Transport abnehmen und erst am Aufstellort wieder anbringen. Zudem gibt es auch die Option, mehrere kleine Wärmepumpen-Speicher nebeneinander aufzustellen.

Fragen und Antworten zu Pufferspeichern für Wärmepumpen

Ist ein Pufferspeicher für Wärmepumpen sinnvoll?

Ja, in vielen Fällen schon. Ein Pufferspeicher kann die Zahl der Ein- und Ausschaltvorgänge reduzieren und Wärme bedarfsgerecht speichern. Er trägt dazu bei, gespeicherte Wärme zu einem späteren Zeitpunkt bereitzustellen.

Was kostet eine Wärmepumpe mit Speicher?

Die Kosten variieren je nach Typ und Größe. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Pufferspeicher kostet zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Erdwärmepumpen sind meist teurer.

Wie viel Platz benötigt ein Pufferspeicher?

Der Platzbedarf eines Pufferspeichers hängt vor allem von seiner Größe ab. Üblicherweise haben Pufferspeicher für Wärmepumpen ein Volumen zwischen 80 und 200 Litern. In der Praxis sollte man für den Aufstellort etwa 0,5 bis 1 Quadratmeter Grundfläche und eine Höhe von 1,2 bis 2 Metern einplanen. Wichtig ist auch, dass rund um den Speicher genügend Raum für Wartung und Anschlussleitungen bleibt.